Wann fallen die Milchzähne aus? Eine Studie mit 37 973 Kindern nennt sechs Jahre; und zeigt, warum zwei Jahre Spielraum normal sind
Meist beginnt es am Schultor. Ein anderes Kind grinst, und da ist sie, eine Lücke, vorne in der Mitte, getragen wie eine Medaille. Am Abend schauen Sie Ihrem eigenen Kind in den Mund. Zwanzig kleine weiße Milchzähne, alle da, keiner wackelt. Und die Frage kommt von allein: Wann fallen die Milchzähne aus, und ist meins spät dran?
Die Frage ist falsch gestellt, und die Zahlen zeigen, warum. Milchzähne fallen nicht an einem Geburtstag aus. Sie fallen in einem Zeitfenster aus, und dieses Fenster ist breiter, als fast jeder am Schultor vermuten würde. Sechs ist eine Mitte, keine Frist.
Wann fallen die Milchzähne aus? Die Antwort von 37 973 Kindern
2015 untersuchte ein Team des Capital Institute of Pediatrics in Peking 37 973 Kinder zwischen vier und sieben Jahren in neun Städten, von Harbin im kalten Norden bis Guangzhou und Kunming im Süden. Bei jedem Kind wurde eines festgehalten: Hatte der Wechsel von den Milchzähnen zu den bleibenden Zähnen begonnen, ein Milchzahn weg oder ein bleibender Zahn durchgebrochen?
Mit vier bis viereinhalb hatte fast niemand begonnen: 0,6 %. Zwischen fünfeinhalb und sechs waren es 30,3 %, zwischen sechs und sieben 74,5 %. Die Mitte, das Alter, bis zu dem die Hälfte der Kinder begonnen hatte, lag bei 6,00 Jahren. Das ist die ehrliche Antwort auf die Frage im Titel: Der Zahnwechsel beginnt im Durchschnitt mit sechs.
Aber schauen Sie auf die Ränder. Die Forscher nannten auch den Bereich, in dem 94 von 100 Kindern liegen, von der 3. bis zur 97. Perzentile: 4,88 bis 7,11 Jahre. Mehr als zwei Jahre trennen die Frühstarter von den Spätstartern, und beide Enden sind normal. Mädchen begannen etwas früher als Jungen, 5,94 gegenüber 6,06. Stadtkinder begannen früher als Kinder aus dem Umland, 5,94 gegenüber 6,05. Kinder, die schon begonnen hatten, waren im Schnitt etwas größer und schwerer für ihr Alter. Und verglichen mit derselben Erhebung von 1995 war die Mitte um 0,24 Jahre nach vorn gerückt, etwa drei Monate in zwanzig Jahren.
Milchzähne und ihre Reihenfolge: was darunter passiert
Ein Kind hat 20 Milchzähne, und die ersten kommen nach Angaben der American Dental Association mit etwa sechs Monaten. Die bleibenden Zähne bilden sich da schon im Kiefer darunter. Wenn einer von ihnen aufsteigt, löst sich die Wurzel des Milchzahns darüber auf. Deshalb sieht ein ausgefallener Milchzahn so seltsam aus, eine Krone, darunter fast nichts. Die Wurzel ist nicht abgebrochen. Sie wurde von unten abgebaut, um Platz zu machen.
Rechnet man nach, gehen die Zahlen glatt auf. Zwanzig Milchzähne gehen; mit etwa 21 Jahren, so die ADA, sind meist alle 32 bleibenden Zähne da. Zwanzig davon rücken an Plätze, die die Milchzähne für sie warm gehalten haben. Die anderen zwölf, die großen Backenzähne hinten, Weisheitszähne eingeschlossen, wachsen auf neuem Grund hinter den Milchzähnen, wo nie etwas verloren ging.
Die Reihenfolge hat ein Muster. Meist gehen die unteren Frontzähne zuerst; über die Studien hinweg wechseln die unteren Zähne vor den oberen, und Mädchen sind den Jungen ein wenig voraus. Es gibt auch einen stillen Neuling. Die ersten bleibenden Backenzähne brechen hinter den letzten Milchzähnen durch und ersetzen gar nichts. Ein Sechsjähriger kann den Zahnwechsel beginnen, ohne einen einzigen Zahn zu verlieren, genau deshalb zählte das Pekinger Team den Beginn des Wechsels und nicht den ersten verlorenen Zahn.
Dann dauert der Wechsel Jahre. In einer Studie mit 1211 Kindern in Syrien hatten die Fünf bis Sechsjährigen im Schnitt 2,41 bleibende Zähne, die Zwölf bis Dreizehnjährigen 24,48. Die zweiten Backenzähne kamen zuletzt, mit etwa 11 bis 11,7 Jahren. In Finnland begannen Kinder der Jahrgänge 1999 bis 2002 den Wechsel früher als Kinder der Jahrgänge 1976 bis 1985, beendeten ihn aber später, das Wechselgebiss, halb Milchzähne, halb bleibende, bestand also länger.
Fallen die Milchzähne bei meinem Kind zu spät aus? Ein Punkt gegen eine Kurve
Hier liegt die Falle am Schultor. Das Kind mit der Lücke ist ein Punkt. Ihr Kind ist ein anderer. Zwei Punkte sagen fast nichts über eine Kurve, die zwei Jahre breit ist. In Kampala brachen die bleibenden Zähne bei Mädchen im Schnitt 0,8 Jahre früher durch als bei Jungen. Kinder in Nigeria waren früher dran als Kinder in den USA und in Australien. Geschlecht, Ort, Wachstum und das Jahrzehnt der Geburt verstellen die Uhr, nichts davon macht ein Kind falsch.
Einen Blick vom Zahnarzt verdient nicht der Zeitpunkt allein, sondern ein Missverhältnis: ein Milchzahn, der lange vor seinen Nachbarn von selbst ausfällt, eine Lücke, die viele Monate leer bleibt, oder ein bleibender Zahn, der durchbricht, während der Milchzahn davor nicht nachgibt. Und ein Milchzahn, der früh durch Karies verloren geht, ist eine andere Geschichte als einer, der planmäßig hinausgeschoben wird. Das Zweite ist eine Übergabe. Das Erste ist ein Loch genau dort, wo der bleibende Zahn mit Halt gerechnet hat.
Wenn Sie heute Abend wieder Zähne zählen, zählen Sie anders. Nicht „Ist es schon sechs?“, sondern „Sind wir im Fenster?“ Und putzen Sie dann den neuen Zahn, der durchkommt. Er ist der einzige, der an dieser Stelle wachsen wird.
Das durchschnittliche Kind beginnt den Zahnwechsel mit sechs. Fast kein Kind ist durchschnittlich, und genau so sieht normal aus.